TOM LIWA

Pressefoto // Klick für Druckauflösung // Credit: Saskia Lippold

Wer einmal da war, kommt immer wieder. Den Eingeweihten muss man also nicht erklären, was ein Konzert von Tom Liwa ausmacht. Aber wie sagt man es Menschen, die noch nie miterlebt haben, wie andächtig ihm die Leute lauschen? Ihm gelingt mit seiner Musik etwas Seltenes: Sie spricht den Kopf an und geht ans Herz, manchmal auch an die Nieren, und sie entlässt einen stets mit einem guten Gefühl. Was will man mehr von einem Abend? 
 
Tom Liwa ist nicht wegzudenken aus der hiesigen Musiklandschaft, auch wenn er stets seinen ganz eigenen Berg bewohnt hat – oder eben deshalb. In den Achtzigern gründete er in Duisburg die Flowerpornoes, seit den Neunzigern prägt er den schlauen deutschen Pop entscheidend mit, und in all der Zeit ist ihm die Kreativität nie ausgegangen. Worauf er irgendwann keine Lust mehr hatte, war das sogenannte Musikgeschäft – seit 2020 veröffentlicht er superindependent, ohne Label oder andere Strukturen, und klingt jetzt noch befreiter. Sein jüngstes Soloalbum “Der, den mein Freund kannte” ist ein faszinierend ruhiges Werk über das Leben und Sterben, das 2021er-Flowerpornoes-Album “Morgenstimmung” ein beeindruckender Rock-Klassiker. Er kann eben beides: wütenden Gitarrenlärm und berührende Songwriterkunst, so wie seine Texte noch aus der größten Schublade mit voller Wucht rausspringen.
 
Ob er gerade zwischen den Welten wandert oder mit scharfem Blick den Alltag in seine Einzelteile zerlegt, es lohnt sich immer, ihm zuzuhören – gerade auch, wenn er solo unterwegs ist. Mit der Band und bei diversen Projekten verliert er sich gern im Gruppengefüge, allein auf der Bühne ist auch mal ein bisschen Übergröße erlaubt. Dafür ist überall Platz!