TIMO BLUNCK

Pressefoto  //  Klick für Druckauflösung // Credit: Elliot Blunck

November 2014: Ein ausverkauftes Konzert, ein glanzvolles Comeback. Die Zimmermänner spielen das Release-Konzert zu ihrem Album „Ein Hund namens Arbeit“. Plötzlich sackt Timo Blunck zusammen, stechende Schmerzen. Blaulicht, Krankenhaus … während die verbliebenen Zimmermänner Hits wie „Klein & Doof“, „Wir wollen keinen Ärger in dieser Stadt“ oder „Die Nöte des feinen Mannes“ nunmehr ohne Blunck spielen, „The Show must go on“, ringt der sympathische Komponist am anderen Ende der Stadt mit dem Tod: Darmverschluss, Not-OP, vier Wochen Krankenhaus, das volle Programm. Kaum aus der Narkose erwacht, denkt auch Blunck: „The Show must go on“. Noch mit diversen Schläuchen im Arm sowie im Darm bittet Blunck die Krankenschwester mit noch leicht zittriger Stimme um Zettel und Papier und beginnt zu schreiben …und schreibt, zum Teil noch unter dem Einfluss starker und stärkster Narkose- und Schmerzmittel, die ganzen vier Hospitalwochen durch. So eine Nahtoderfahrung, so wenig man so was anderen, geschweige denn sich selbst wünscht, kann die Kreativität doch ziemlich befeuern. Muss man sich mal vorstellen: Eben noch auf der Bühne, ausverkauftes Haus, schicker Anzug und jetzt im Krankenhaus-Doppelzimmer, geharnischt in eines dieser entwürdigenden Krankenhausnachthemden. Da kommt man schon ins Grübeln. Zeit, Bilanz zu ziehen. Und Blunck zog Bilanz: „Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern?“ ist seine musikalische Autobiographie. In ihrer Direktheit ziemlich verstörend. Aber: „Das Leben ist zu kurz, um in Bildern zu sprechen.“ Recht hat der Blunck. Verstörend, aber trotz Tod, schlechten Drogen, guten Drogen, kaputten Beziehungen und dem ganzen üblen Kram nie ohne Humor. Und nicht nur textlich ist „Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern?“ eine Autobiographie, sondern auch musikalisch, Blunck spielte alle Instrumente selbst ein. Vielleicht, weil die Songs so persönlich sind, so nah, so schmerzhaft?

LINKS  //  Facebook // Spotify