THE DÜSSELDORF DÜSTERBOYS

Pressefoto // Klick für Druckauflösung // Credit: Harriet Meyer

Als der US-amerikanische Musiker John Fahey 1959 unter dem Namen Blind Joe Death ein Album herausbrachte, hielten es viele Kenner für einen sensationellen Fund der frühen American Folk Music.

Wenn man 60 Jahre später das Debütalbum von The Düssseldorf Düsterboys hört, könnte man es durchaus auch für einen wiederentdeckten Schatz der Folkmusik halten. Tatsächlich aber ist es das neueste Werk von Peter Rubel und Pedro Goncalves Crescenti, die inzwischen viele Musikliebhaber*innen in diesem Land als die unverkennbaren Stimmen von International Music kennen dürften. Ihr Album „Die besten Jahre“ aus dem April 2018 Anders als bei International Music ist Pedro Goncalves Crescenti vom Bass an die Gitarre gewechselt. Entsprechend weniger treibend klingen die Düsterboys. Aber es wäre auch ein Frevel gewesen, diese himmlischen Songs mit zu viel  ockenergie aufzuladen. So gibt es auf diesem Album kaum eine spürbare, irdische Gravitation. Außer vielleicht wenn in „Wie ein Henker“ plötzlich keiner mehr den Lenker des Lebens hält. Und im Boogie von „Messwein“ ließe
sich sogar das Tanzbein auf dem Parkettboden schwingen. Ansonsten aber ist „Nenn mich Musik“ ein Album für die Party nach der Party: Ein intimer, etherischer, hochgradig psychedelischer Drift.

Manchmal brauchen die Düsterboys nur wenige Worte, um ihren Songs über die Kraft einer Muse oder den nächtlichen Spaziergang zur Tanke den nötigen Ausdruck zu verleihen. Und spätestens, wenn der Gesang wieder mehrstimmig wird, ziehen sie uns mit jeder einzelnen, gesungenen Silbe in ihren Bann. Selbst wenn es im Liedtext nur um das Glühen einer Zigarette geht. Feinstoffliche Songs für die Raucherecken des Lebens.