RESI REINER

Pressefoto // Klick für Druckauflösung // Credit: Resi Reiner

Resi Reiner will nach Italien. Umso besser, dass sie daraus einen Indieschlager gemacht hat, der uns alle dahin mitnimmt. Mit ihrer ersten Single, die nun bei Krokant erscheint, weckt Resi Reiner innerhalb weniger Zeilen die Sehnsucht einer ganzen Generation: Wieder mit dreckigem Hals Boccia spielen, mit klebrigen Eis-Fingern an einem Autogrill stehen und einfach mal für ein paar Tage, oder in diesem Fall drei Minuten und 33 Sekunden,
aussteigen aus der komplizierten Tristesse des eigenen Lebens. “Ich will nach Italien, einfach geradeaus nach Süden fahren” heißt es im Refrain und es klingt so schön und easy.

Ungefähr auf diese Art, schön und easy, entstand auch “Ich will nach Italien”, erzählt Reiner: “Gunther Müller, Robert Treichler und ich sind herumgesessen und haben dann irgendwie einfach ein Lied gemacht. Also jetzt nicht so an einem Abend. Wir haben herumprobiert und über alles mögliche gesprochen, dann über Italien und darüber wie toll Schlager sein kann”. Eine Leichtigkeit, die man dem Song in allen Facetten anhört. Resi Reiner, die selbst nie gedacht hätte, einmal Musik zu machen, ist jetzt also doch genau da gelandet. Als eine ihrer Inspirationen nennt sie Vicky Leandros’ emanzipatorische Hymne “Ich liebe das Leben” von 1975 – und in der Tat verbindet die beiden Stücke ein subtiler, lebensbejahender Trotz. Florian Sievers, selbst bekannt unter dem Künstlernamen Das Paradies, arrangierte dann “Ich will nach Italien” mit minimalistischer Leichtigkeit zu einem sanften Antischlager, der, wie man im Reisebüro sagen würde, zum Träumen einlädt.

Schlager, das ist in seinen besten Stunden eine Ode ans Leben und die Gefühle, eine schamfreie Zone für Sehnsüchte und Wünsche. Gar nicht so einfach, wenn man an die gegenwärtigen Umstände denkt, und doch ist es Resi Reiner gelungen, einen kitschfreien Eskapismus zu formulieren für Menschen, die ständig ihre Airpods verlieren. Und jetzt ist er da, der kleine Hit zum über den Brenner fahren oder für den Stadtsommer zwischen Balkontomaten und Tiefkühlabteilung. Und Resi Reiner? Die sehen wir hoffentlich das nächste Mal im Fernsehgarten. Oder, alternativ: Endlich auf dem Weg nach Italien.