JUJU ROGERS

Pressefoto  //  Klick für Druckauflösung // Credit: Sauergrafie

Als Sohn eines amerikanischen GIs aus New Orleans und einer deutschen Mutter mit österreichischen Wurzeln, wuchs JuJu Rogers zweisprachig und zwischen den Welten in der fränkischen Kleinstadt Schweinfurt auf, die von den zwischenzeitlich über zehntausend stationierten Soldaten der US Army kulturell geprägt wurde. Zunächst war es die Soul- und Jazz- induzierte Plattensammlung seines Vaters, die seine ästhetische Identifikation vorgab. An der Trompete wurde er erstmals selbst musikalisch aktiv, doch erst mit 14 Jahren entdeckte JuJu Hip- Hop als Kultur und Kunstform für sich und damit die Kraft der eigens verfassten Worte. Dass er seitdem auf Englisch rappt, fühlt sich ob der multikulturellen Heimat nur natürlich an.

Nachdem er 2012 nach Berlin zog, veröffentlichte er im Jahr darauf seine erste Platte, damals noch als Teil der Gruppe Man Of Booom mit Produzent Figub Brazlevic und UK-Rapper Teknical Development. Das Hommage-Album „Back To The Booom“, das beim Untergrund- Label Sichtexot erscheint, setzte eine erste Duftmarke in der Szene und avancierte innerhalb weniger Monate zum Liebhaberstück.

Persönlicher ist JuJu Rogers auf seinem Debütalbum „From The Life Of A Good-For-Nothing“, das 2015 über den neuen Label-Heimathafen Jakarta Records erschien. Auf dem Imprint, auf dem bereits spätere Superstars wie Anderson .Paak, Kaytranada und Ta-Ku veröffentlicht hatten, findet Rogers zu sich und zeichnet in Anlehnung an Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“ das zerbrechliche Bild eines Suchenden. Die erste Platte des Deutschamerikaners ist eine Coming-Of-Age-Story, angelegt in dem Spannungsfeld zwischen kapitalistischem Boden der Tatsachen und dem Traum hoher Kunst.

Nur ein Jahr später veröffentlichte er ein weiteres Kollaborationsprojekt. Diesmal mit dem Berliner Produzenten Bluestaeb. „LIT – Lost In Translation“ verlässt die persönliche Ebene wieder: Während an Europas Grenzen Geflüchtete ertrinken, der Hass auf alles Fremde weltweit beängstigend laut wird und sich in den Staaten Donald Trump als Präsidentschaftskandidat durchsetzt, ist „LIT“ ein Manifest gegen den Zeitgeist: wütend, aktuell und radikal.

Inzwischen arbeitet JuJu Rogers an seinem zweiten Soloalbum, das erneut bei Jakarta Records erscheinen wird. Das Album vereint das geschärfte Bewusstsein eines Afrodeutschen im eiskalten politischen Klima Deutschlands mit der feinen Beobachtungsgabe eines sensiblen Großstädters. Die Weiterentwicklung spiegelt sich auch in der musikalischen Genese des Zweitwerks wider: von den Sample-dominierten Produktionen des bisherigen Werks hin zu einem musikalischeren Entwurf, den JuJu Rogers mithilfe einer Riege von Ausnahmeproduzenten umsetzt.

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