ANDREAS DORAU

Pressefoto // Klick für Druckauflösung // Credit: Sönke Held

Jedes von ANDREAS DORAUs Alben und erst recht die Zusammenstellung “Hauptsache Ich” verdeutlichen Doraus Ausnahmestellung, sowohl textlich als auch musikalisch.
Eine herzhafte Abneigung gegen die Tonart Moll und gegen den hierzulande scheinbar unvermeidlichen Pathos auf der einen sowie eine große Liebe zur Pop-Musik auf der anderen Seite zeichnen jede Dorau-Produktion aus. Gelernt ist eben gelernt:
Seinen ersten Hit, das von ihm gehasste „Fred vom Jupiter“ entstand im Schulkurs „Wie schreibe ich einen Pop-Song?“. Da war Dorau gerade 16. Doch statt das Erfolgsrezept auszureizen, verfolgte Dorau eine andere Strategie: Schwammgleich sog und saugt er musikalische und außermusikalische Einflüsse auf, ob in Schwabinger Discothèques (Dorau studierte in München Film. Nur Musik wäre nichts für ihn gewesen. Man will ja kein Idiot sein!) oder auf Hamburger Flohmärkten, keine Musikrichtung ist zu populär oder zu obskur, als dass Dorau ihr nicht eine Chance geben würde, als Fußnote in seinem Werk eine wichtige, wenn auch ab und an bescheidene Rolle zu spielen. Und so kann der geneigte Hörer beim Genießen dieser Compilation Spuren von House ebenso ausmachen wie Anleihen an Phil Spector, hier eine Prise Baroque Pop, dort ein Hauch Techno. Und doch: alles Dorau! Texte über Wasserflöhe, Telefone oder Stubenmädchen, über die Nordsee, die Demokratie oder Flaschenpfand korrespondieren perfekt mit der Musik. Das Lieblingsalbum von Dorau ist übrigens das „Weiße Album“ der Beatles. Ich lehne mich mal ein bisschen aus dem Fenster, aber würde man aus vorliegender CD ein Doppelalbum machen und das ganze einweißen: Wir hätten Doraus „Weißes Album“. Hauptsache ich? Hauptsache Dorau.
Text: Carsten Friedrichs

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